Dialogreihe "Gutes Leben für alle"

Eine Veranstaltungsreihe an der Volkshochschule Urania - 

organisiert von den VeranstalterInnen des "Gutes Leben für alle"-Kongresses 2015

Vortrag Nicholas Hildyard

Energiewende – warum und für wen?

 

Die Energiewende darf nicht auf die Abkehr von fossiler Energie und den dafür notwendigen Technologien hin zu einem anderen Energiesystem reduziert werden.

Die Energiewende erfordert mehr als technologische Innovation und neue Finanzierungsformen. Es geht um soziale Innovation und eine grundlegende Neuorientierung: Geht es bei der Klimakrise vorwiegend um die Frage nach „Energie“. Oder geht es vielleicht doch eher um die Frage, wie wir zu einem neuen Verhältnis zwischen Gesellschaft und Natur kommen?

Nick Hildyard ist Gründer und Leiter der britischen NGO – Corner House, die über Menschenrechte, Umwelt und Entwicklung forscht. Eine seiner letzten Publikationen ist „Energy, Work and Finance“.

Kommentar: Leonore Gewessler, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000

 

Vortrag in Englischer Sprache mit Simultanübersetzung

 

Eine Veranstaltung der Trägerorganisationen des Gutes Leben für alle-Kongresses in Kooperation mit der Volkshochschule Wiener Urania.

 

Montag, 18. April 2016, 19:00 Uhr

Volkshochschule Wiener Urania,

Uraniastraße 1, 1010 Wien, Mittlerer Saal

 

 

 

 

 

 

Podiumsdiskussion - 23.2.2016

Grünes Wachstum im Wandel –

Naives Märchen oder Instrument für ein gutes Leben für alle?

 

Wachstum ist in den letzten Jahren zu einem umkämpften Schlüsselbegriff der anstehenden Großen Transformation geworden. Dabei setzen die einen auf intelligente Formen des Wachstums, während andere im Wirtschaftswachstum an sich das Hauptproblem der gegenwärtigen Umweltkrise verorten. 

Wir wollen ausloten, ob das gute Leben für alle einen Perspektivenwechsel ermöglicht, in dessen Zentrum nicht länger Schrumpfen oder Wachsen steht. Gelingt es, das Augenmerk auf die gemeinsame Gestaltung eines Gemeinwesens zu lenken, in dem manches wächst, anderes schrumpft – je nachdem, was es für ein gutes Leben für alle, hier und jetzt, aber auch weltweit und morgen ermöglicht?

 

Diskussion mit:

Fred Luks, WU-Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit/Wachstum im Wandel 

Nina Treu, Konzeptwerk Neue Ökonomie/Degrowth Konferenz 2014 

Andreas Novy, WU Institute for Multi-level Governance and Development/Kongress Gutes Leben für alle

 

Moderation: Ines Omann, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung, Leipzig

Vorträge 2016

 

 

Der Gutes Leben für alle-Dialogreihe erkundet - ebenso wie der Kongress 2015 an der WU -, wie ein gutes Leben nicht nur für wenige, sondern für alle möglich wird. Es wurde ausgelotet, wie Neues gesellschaftlich anknüpfungsfähig und selbstverständlich werden kann. Es geht somit um die Politisierung der Frage nach dem gelungenen Leben und seinen Voraussetzungen - und zwar für alle. Dieser utopische Horizont dient uns als Kompass zur Schaffung passender Rahmenbedingungen für die anstehende Transformation

Die beim Kongress begonnene Vernetzung und die gemeinsame Auseinandersetzung wird ab Juni 2015 in der Dialogreihe „Gutes Leben für alle“ fortgeführt. In Zusammenarbeit mit der VHS Urania werden mit namhafte Gäste eingeladen und somit die Brücke vom Kongress 2015 zum Kongress 2017 geschlagen.

Den Anfang machte am 22. Juni Frigga Haug mit der Forderung nach "Teilzeitarbeit für alle"

Besuche uns auf
Nick Hildyard
Corner House
Barbara Muraca
College of Liberal Arts, Oregon
Barbara Unmüßig
Heinrich Böll Stiftung
Shalini Randeria
IWM

Was uns antreibt

Seit Jahren gibt es eine blühende Avantgarde, die Wirtschaft und Gesellschaft neu denkt und lebt: Von Energiegenossenschaften, engagierten Gewerkschaftsinitiativen, Social Entrepreneurs bis hin zur Commons-Bewegung und alternativen Finanzinstitutionen gibt es mittlerweile eine Vielfalt an Initiativen, die Alternativen Wirklichkeit werden lassen.

In vielfältigen Experimenten wird allerorten nach Lösungen gesucht: Innovationen im Kleinen und vor Ort schaffen Nischen des Probehandelns für lokale und biologische Landwirtschaft und entlarven Sachzwänge als mächtige, aber letztlich sozial konstruierte Lernblockaden; neue Eigentums- und Nutzungsformen entwickeln sich gegen die zunehmende Ausbeutung und Aneignung begrenzter Ressourcen in einer auf Gewinn und Wachstum ausgerichtete Ökonomie; innovative Kollektivvertragsvereinbarungen reagieren auf die zunehmend ungleiche Verteilung von Arbeit, Reichtum und Lebenschancen.

Gleichzeitig erscheint der politische, gesellschaftliche und mediale Mainstream davon noch weitgehend unbeeindruckt: Weder die aufgrund des Klimawandels zunehmenden Naturkatastrophen noch besorgniserregende Berichte über die Sozialsysteme in Südeuropa haben zu einem Umdenken in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik geführt.

Der Kongress erkundet, wie ein gutes Leben nicht nur für wenige, sondern für alle möglich wird. Es gilt auszuloten, wie Neues gesellschaftlich anknüpfungsfähig und selbstverständlich werden kann.

Der utopische Horizont eines guten Lebens für alle bietet konkret, hier und jetzt einen Kompass zur Schaffung passender Rahmenbedingungen für die anstehende Transformation

  • von innovativen Kollektiverträgen mit Freizeitoption zu einer neuen Work-Life Balance

  • von einem Reparaturcafé zu einer Cradle-to-Cradle Ökonomie

  • von einer demokratischen Bank zu einem gemeinwohlorientierten Finanzwesen

  • von Food Cooperatives zu lokalen biologischen Landwirtschafts- und Ernährungssystemen

  • von einem Car-Sharing Projekt zu einer postfossilen Stadt

  • von einem Integrationskindergarten zu einer Stadt der Vielfalt

Mit dem Kongress und der Dialogreihe wagen wir unkonventionelle Kooperationen von Umwelt- und Sozialbewegten, Wissenschaft und Politik, Theorie und Praxis, um Probleme neu zu definieren und neue Wege zu beschreiten. Es geht um eine Politisierung der Frage nach dem gelungenen Leben und seinen Voraussetzungen. Gesucht sind Infrastrukturen - in einem weiten Sinn verstanden -, damit kreative und kooperative Problemlösungen möglich werden:

  • Neue mentale Infrastrukturen, die unsere Köpfe vom Wachstums- und Beschleunigungszwang und der Tretmühle der Konkurrenz befreien: der Mensch ist kein homo oeconomicus, sondern ein endliches, auf andere bezogenes Wesen.

  • Bewährte, aber erneuerte soziale Infrastruktur eines solidarischen Gemeinwesens, das Wohlfahrtseinrichtungen, Sozialgesetze und den Arbeitsmarkt so organisiert, dass die Freiheit eines jeden mit der freien Entwicklung aller vereinbar bleibt: Vielfalt und, nicht statt Gleichheit.

  • Materielle Infrastrukturen für eine postfossile Wirtschaftsweise, die die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern überwindet und die ökologischen Grenzen des Planeten respektiert: öffentliche Breitbandnetze, Radwege, Solarpanele und Cradle-to-Cradle-Strukturen als physische Grundlage einer nachhaltigen Gesellschaft.

Ziel der Veranstaltungen ist es, nicht bloß Best Practice Beispiele vorzustellen, sondern gemeinsam systemische Antworten, die Routinen, Alltag und Lerngewohnheiten verändern zu suchen: Wie können Pionier-Initiativen nicht in Nischen verkümmern sondern zu Lebens- und Arbeitsformen werden, die ein gutes Leben für alle ermöglichen? Wie kann eine neue Form des „Öffentlichen“ geschaffen werden, die Aufgaben weder an die staatliche Hoheitsverwaltung delegiert, noch Individuen die gesamte Verantwortung aufbürdet? Welche neue Diskussions- und Streitkultur jenseits kommerzieller Medienvereinfachung braucht es, um der Komplexität der Herausforderungen gewachsen zu sein? Welche Rolle kommt öffentlichen Universitäten dabei zu? Rund um diverse Veranstaltungen zum „Gutes Leben für alle“ sollen transdisziplinäre Wissensallianzen entstehen, die Eckpfeiler einer kritischen Öffentlichkeit und einer zukunftsfähigen Gesellschaft werden können.

 

 

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