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Workshop Erfolgreich Mobil

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Workshop Erfolgreich Mobil

Der Workshop mit dem Thema „erfolgreich Mobil“ wurde geleitet von der Magistratsabteilung 18 – Stadtplanung und Stadtentwicklung. Die Tätigkeitsfelder der Teilnehmenden reichen von Politik, Gesundheitswesen, Ökonomie bis hin zu Informatik und Architektur. Ziel des Workshops war es Lösungsansätze für bestehende Herausforderungen der städtischen Mobilität zu diskutieren.

Andreas Trisko, Leiter der MA 18, gibt für die ca. 15 Teilnehmenden zunächst einen Überblick über Herausforderungen der wachsender Stadt Wien. Mobilität ist ein Grundbedürfnis der BewohnerInnen. Die nachhaltige Gestaltung des städtischen Verkehrssystems ist einer der wesentlichen Hebel, um die hohe Lebensqualität der Stadt zu erhalten und weiter zu verbessern. Ziel laut Stadtentwicklungsplan und Fachkonzept Mobilität soll es sein, dass 2025 80% der Wege mit Öffis, zu Fuß und mit dem Rad zurückgelegt werden, lediglich 20% durch motorisierten Individualverkehr. Es gibt unterschiedliche Handlungsfelder und Wege, wie dieses Ziel umgesetzt werden soll. Diese reichen von einer gerechteren Aufteilung öffentlicher Flächen für die VerkehrsteilnehmerInnen bis hin zur Effizienzsteigerung vorhandener Ressourcen. Die TeilnehmerInnen favorisieren nach einer  gemeinsamen Themensammlung die Themen Rad- und Fußverkehr sowie Digitalisierung und neue Mobilitätsangebote. Diese werden in zwei Arbeitsgruppen diskutiert und die Ergebnisse am Ende im Plenum vorgestellt.

Radfahren und Zufußgehen

Eine der größten Herausforderungen ist die Aufteilung der knappen öffentlichen Flächen. Gehsteige werden bspw. durch Verkehrsschilder und Schanigärten für das Zufußgehen eingeschränkt. Eine Ausweitung der Flächen für Rad- und Fußverkehr geht meist auf Kosten von KFZ-Stellplätzen. Daher sind langfristige Strategien nötig, um den Stellplatzbedarf zu reduzieren und die so rückgewonnen Flächen anderen Nutzungen zuzuführen. Einerseits sind Parkpickerl, Tempo 30 oder barrierefreie Begegnungszonen bewährte Instrumente. Andererseits können durch Initiativen wie beispielsweise der Europäische Nachbarschaftstag oder die Grätzeloasen öffentliche Räume aufgewertet werden.

Kommunikation und Information zwischen BürgerInnen untereinander aber auch mit Politik und  Verwaltung sind wesentliche Erfolgsfaktoren. Hierbei können Plattformen wie die LA21 oder Open Government und digitale Informationen als geeignete Instrumente dienen.  Der Umgang und Nutzen von „Big Data“ kann hierbei eine wesentliche Rolle spielen und muss weiter diskutiert werden. Konsens besteht darüber, dass Wien eine lebenswerte Stadt ist und nur gemeinsam Lösungen erarbeitet werden können. Die Regulierung von öffentlichen Flächen aufgrund diverser Sicherheitsaspekte und Rechtssicherheit stellt jedoch ein gewisses Hemmnis für eine Weiterentwicklung der Lebensqualität dar.

Digitalisierung und alternative Mobilitätsangebote

Die Digitalisierung fördert neue Formen der Mobilität wie beispielsweise Sharing-Angebote. Es wird zunehmend einfacher und bequemer über Smartphones unterschiedliche Verkehrsträger individuell in einer multimodalen Wegekette zu nutzen. Die Frage ist jedoch, wie multimodale Mobilität gesteuert werden soll, ohne noch mehr Verkehr zu erzeugen. Ebenfalls ist unklar, ob diese ergänzenden Mobilitätsangebote, wie Carsharing u.ä. , zukünftig  wie der klassische öffentliche Personenverkehr auch zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehören oder durch private Unternehmen betrieben werden soll. Durch die Digitalisierung von Mobilitätsangeboten gewinnt auch das Thema des Datenschutzes immer größere Bedeutung. Es wird diskutiert, inwiefern eine Anonymisierung der Nutzung möglich ist. Bei Sharing-Fahrzeugen ist aus Versicherungsgründen keine anonyme Nutzung möglich. Zudem sinkt bei Anonymisierung die Bereitschaft einer verantwortungsvollen Nutzung der Fahrzeuge. Egal wer letzten Endes wie viele Bewegungsdaten sammelt, es ist immer ausschlaggebend wie diese Daten verwendet werden.

Ein wesentlicher Vorteil der Digitalisierung ist die effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen. So sollten Formen des Carpooling oder des privaten peer-to-peer Carsharing gefördert und in bestehende Mobilitätsangebote integriert werden. Es wurde auch ein kommunaler Carsharing-Pool gefordert. In Zeiten von immer geringeren finanziellen Spielräumen der öffentlichen Hand sollten eher vorhandene Lösungen wie öffentliche Verkehrsmittel oder das Bewusstsein für Zufußgehen und Radfahren gefördert werden.

Autor: Michael Erdmann, MA 18, 6.März 2017

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